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Am 17. und 18. Januar 2020 Vernissage meiner Ausstellung in der Jedlitschka Gallery Zürich Schweiz

Red Dot Art Fair Miami 2019 zusammen mit The Steiner Gallery aus Wien

 
 

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Ich nehme gerne Aufträge entgegen.

Sie haben die Idee, ich die Möglichkeiten.

Wir planen zusammen, während eines persönlichem Gespräches. 

Ich komme gerne zu Ihnen oder wir treffen uns in meinem Atelier.

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beemsterboer@work

Interview von Doror Haarer (Der Puck) mit Rik Beemsterboer

Als allererstes, bitte eine kleine Vorstellung: Wer bist du eigentlich?  

 

(lacht) Ich bin der Rik. Ich bin in Holland geboren und hatte eigentlich immer ein bisschen was von einem Unruhestifter in mir. Künstler wollte ich nie werden. Bis ich zehn wurde, wollte ich allerdings Bauer werden. Mittlerweile male ich aber seit 25 Jahren. 

 

Du wolltest nie Künstler werden und bist es nun doch? Wie kam es dazu? 

 

Schule war nicht so mein Ding. Nach dem Schulabschluss wollte ich nie mehr was mit Noten und Büchern zu tun haben. Damals habe ich gerne fotografiert. Mein Onkel sah Fotos von mir und meinte, die seien richtig gut und ich solle mich doch mal an der Akademie bewerben. Ich hab‘s versucht und wurde an der A.K.I  Academy of Art and Industrial design in Enschede (NL) angenommen.

Heute bist du aber als Maler bekannt, nicht als Fotograf. Oder habe ich da was Wichtiges verpasst? 

 

Die ersten beiden Jahre an der Akademie waren offen. Da konnte man viel Verschiedenes ausprobieren. Im dritten Jahr habe ich Fotografie fallenlassen. Irgendwie gab es da keine spannenden Sujets zum Fotografieren. Damals kam gerade Video als neue Richtung auf. Ich habe also das versucht. Aber es war auch nicht das richtige für mich: Zu viel rumsitzen, zu oft Filme schneiden. Also weg damit. Und dann habe ich die Malerei entdeckt und bin seitdem bei der geblieben.

 

Malerei wurde da also zu sowas wie einem Lebensinhalt? 

 

Ach nein (schmunzelt). So krampfig darf man das nicht sehen. Man kann sooo viel ausprobieren. Ich hatte nie ein festes Ziel im Kopf. Während dem Studium habe ich auch Saxophon in einer Band gespielt. Da haben wir zum Beispiel musikalische Experimente gemacht. Mit Stimme, Saxophon, und das dann technisch verändert. Wir nannten es „musikalische Landscapes“ und haben es bis damit bis nach New York und Japan ins Radio geschafft.

Uff. Das überrascht mich jetzt. Und wie ging es weiter? Hast du eine Karriere als Musiker geplant? 1992 war mein Abschlussjahr an der Akademie. Da musste ich mich entscheiden, Musik oder Kunst zu machen. Ich entschied mich für Kunst und bin nach Amsterdam gezogen. Dort hab‘  ich immer gemalt und nebenbei zwei Tage die Woche in einem Shop gearbeitet. So kam ich knapp über die Runden. Und im Jahr 2000 bin ich dann der Liebe wegen in die Schweiz. Hier habe ich zusätzlich zur Malerei angefangen als Werklehrer zu arbeiten und auch noch die pädagogisch-didaktische Ausbildung gemacht.

 

Okay. Jetzt muss ich wirklich mal nach deiner Malerei fragen. Wie malst du? Was interessiert dich? Wo nimmst du deine Themen her? 

 

Oh, du willst ja ganz schön viel auf einmal wissen. Na, fang‘ ich mal an…. Eine Weile habe ich abstrakt gemalt. Dann wurde mir das zu langweilig. Ich bin also zum Realismus gewechselt und hatte dann auch erste Ausstellungen. Da ich ein Beobachter bin, interessiert mich so ziemlich alles. Ich schaue, was in der Welt um mich rum passiert. Dann drängen sich auch schon Themen auf, mit denen ich mich auseinandersetzen will.

Nenne doch mal ein Beispiel. 

 

Also eines davon ist die Serie „Amokläufer in Schulhäusern“. 2009 gab es doch diesen Anschlag in Winningen (DE). Mit insgesamt 16 Toten.  Am nächsten Tag war das in der Zeitung. Und am übernächsten war es gleich vergessen. Da bin ich so frustriert gewesen. Über die Menschen. Und auch über mich selbst.  Denn man hat das so schnell wieder aus dem Kopf gehabt. Ich dachte: „Meine Güte, wie sind wir Menschen nur?“ Das hat mich wahnsinnig gestört. Und deshalb habe ich dann angefangen,  mich dem Thema „Amoklauf“ zu nähern. Und zwar durch Bilder von Tätern. Zu dieser Zeit wollte ich sowieso Porträts malen und da war das ein guter Anlass.

Wie bist du genau vorgegangen? Ich begann im Internet zu recherchieren, wann man denn eigentlich das erste Mal einen Amoklauf geschichtlich festgehalten hat. Und ich bin auf das Jahr 1927 gestossen. Ich fand ein altes Foto. Damals hat wer ein ganzes Schulhaus in die Luft gesprengt. Ich war völlig schockiert von der Erkenntnis, dass Amoklaufen also kein neues Phänomen ist. Ich habe auch bei Psychologen recherchiert. Anscheinend gibt es da gewisse Zusammenhänge zwischen solchen Taten und beispielsweise Gemobbt-Werden, der Verabreichung bestimmter Psychopharmaka oder den sogenannten „egoshooter games“.  Aber sicher ist es sehr schwierig, da Kausalitäten herzustellen und man muss sehr vorsichtig damit sein.

Abschliessend wüsste ich noch gerne, wie die konkrete Serie entstanden ist. Ich malte Fotos der Amokläufer ab. 25 Stück. Es waren liebe Fotos. Ganz harmlos. Die meisten der Täter waren Jungs, noch richtige Kinder. Manche waren gerade mal elf oder 14 Jahre alt. Diese Einsicht war unheimlich und erschütternd und hat auch mein Malen begleitet. Aber ich denke, dass spürt man als Betrachter der Serie auch. Ich hoffe es zumindest. Denn ich wollte damit aufrütteln. Ich wollte die Bilder ausstellen und den Menschen sagen: „ Vergesst nicht immer so schnell.“

 

Anmerkung von „Der Puck“: Rik hat mir noch viel, viel mehr Lesenswertes berichtet. Leider sprengt das aber den Rahmen eines Blogs. Seine Holzarbeiten beispielsweise kommen hier gar nicht zur Sprache, was sehr schade ist. Wer mehr wissen will, sollte sich auf seiner Website informieren. Oder bei den Galerien, die Rik Beemsterboer in St.GallenZürich und Altendorf vertreten.

 

kontakt.

rik beemsterboer

brugghalden 15

9300 wittenbach

+41 76 320 78 92

 

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